Finkenwerder gestern

Die geographische Lage der Insel im Strom der Elbe

Bei der Betrachtung der geographischen Lage beginnt die Unterelbe sich westlich von Finkenwerder in Richtung Nordsee zu einem breiten Strom auszubilden. Die natürlichen Grenzen der Unterelbe wurden durch die Auswirkungen der Gezeiten bestimmt; d.h. die Unterelbe reichte ursprünglich von der Elbmündung bis Lauenburg.

In diesem Bereich war der saubere Strom bis Mitte des 19. Jahrhunderts reich an Fischen. Für die Bewohner der ufernahen Gebiete war die Elbe für Jahrhunderte ein Lieferant gesunder Nahrungsmittel. Wenn der Strom jedoch temperamentvoll über seine Ufer stieg, wurde er für die dort lebenden Menschen zu einer großen Gefahr.

"Land unter" und der Kampf der Menschen gegen die Gewalten der Natur war an der Unterelbe immer aktuell.

Finkenwerder war bei Sturmfluten besonders gefährdet. Von der Nordsee kommend, fand die unverbrauchte breite Flutwelle ihr erstes Hindernis am nordwestlichen Teil der Elbinsel. Immer wieder richteten Sturmfluten die Elbinsel Finkenwerder grausam zu. Die Zahlen der Geburten und Todesfälle zwischen 1650 und 1750 zeigen denn auch, daß auf Finkenwerder die Bevölkerung um ihren Bestand zu ringen hatte.